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Interviewfragen für Verbandszeitung des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (GalaBau)

18.11.2016

Kompensationsmaßnahmen in grüne Infrastruktur

1. Wie beurteilen Sie die rechtlichen Möglichkeiten dieser Form der Investition in grüne Infrastruktur in Stadträumen?

 

Die Spielräume vieler Kommunen für freiwillige, das heißt gesetzlich nicht verpflichtende Ausgaben sind sehr gering. Deshalb ist es für die Entwicklung von Grünflächen oder auch einer grünen Infrastruktur wichtig, alle Finanzierungsoptionen zu nutzen. Dazu gehört auch die bereits heute mögliche Finanzierung von Aufwertungsmaßnahmen auf Grünflächen im Siedlungsbestand im Zusammenhang mit naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen.

 

 

2. Wie können Kommunen unterstützt werden, Kompensationsmaßnahmen nicht nur in der freien Landschaft, sondern auch im urbanen Raum durch konkrete Angebotsplanungen durchzuführen?

 

Das Grundproblem sehe ich in der Frage der Wertschätzung von kommunalem Grün. Solange die Natur in der freien Landschaft und damit die Kompensation zunächst dort angesetzt wird, solange gerät die Kompensation im Siedlungsbereich ins Hintertreffen. Wir müssen die Chancen von mehr Grün in der Stadt für den Naturhaushalt aber auch für das soziale Zusammenleben stärker kommunizieren. Die guten Best Practice Beispiele sollten noch stärker kommuniziert werden. Landschaft Bauen & Gestalten könnte dafür z.B. eine kleine Beitragsserie starten!

 

 

3. Wie sollten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in der Stadt im Idealfall geplant, ausgeführt, gepflegt und auch überprüft werden?

 

Diese Frage ist vor allem den Fachleuten zu stellen. Politik gestaltet lediglich den rechtlichen Rahmen. Ich vertraue da unseren Garten- und Landschaftsarchitekten, den Fachbetrieben und den kommunalen Grünflächenämtern. Die wissen, welche Aufgabenstellung im Einzelfall besteht und entwickeln meist die richtige Idee. Ich bin immer wieder überrascht, welche Angebote moderne Landschafts- und Gartenarchitektur macht und erfreue mich aber genauso am Erhalt jahrhundertealter Parks und Gärten. Die grüne Vielfalt ist ein Segen für die Stadtentwicklung.

 

 

4. Welche weitergehenden Finanzierungsmöglichkeiten gibt es für mehr Grün in der Stadt?

 

Ab 2017 wird der Bund ein neues Städtebauförderprogramm anbieten, bei dem Maßnahmen zur Stadtbegrünung im Mittelpunkt stehen werden. Im Programm „Zukunft Stadtgrün“ können 2017 50 Millionen Euro Bundesmittel durch die Länder bewilligt werden. Wir gehen davon aus, dass die Länder ebenfalls 50 Millionen Euro beisteuern. Ziel ist es, dass Programm dauerhaft zu etablieren, so dass über die Jahre zahlreiche neue Projekt angestoßen werden können.

 

 

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